Weißdorn – Schutz für Herz und Seele

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Weißdorn (Crataegus monogyna oder laevigata) – Schutz für Herz und Seele

Der zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehörende Weißdorn ist die Pflanze der Wahl, wenn es um das Thema Herz geht. Mit seiner wehrhaften, dornigen Art bietet er nicht nur den tierischen Lebewesen einen heckenartigen Schutzraum, sondern er schützt auch unser Herz und unsere Seele. Kräftigt und stärkt auf der körperlichen Ebene das Herz und hilft auf der emotionalen Ebene sich auch nach Außen zu schützen durch Abgrenzung. Zu diesem härteren Wesenszug bildet der sanftmütige Charakter des Weißdorns einen Gegenpol, der für die harmonisierende, ausgleichende und beruhigende Wirkung sorgt.

Um die schützenden Eigenschaften des Weißdorns zu nutzen, kann man sich prima jetzt im Herbst eine Schutzkette oder ein Schutzarmband aus Weißdorn-Beeren herstellen. Dafür werden die Beeren einfach auf einen Faden aufgefädelt und trocknen lassen. Oder man trocknet sich ein paar Beeren und füllt sie in ein Säckchen, um sie für eine stressige Situation, eine Herausforderung, die nächste Prüfungssituation zum Schutz in die Tasche zu stecken oder einfach um die Beeren zur Wunscherfüllung für Herzensangelegenheiten an einem schönen Ort in der Natur zu vergraben. Lasst euch da einfach inspirieren und von eurer Intuition leiten.

In der modernen Phytotherapie wird der Weißdorn auf der körperlichen Ebene für alle Arten von Herzbeschwerden eingesetzt – angefangen von Herzinsuffizienz, dem Altersherz, unterstützend nach einem Herzinfarkt, bei Herz- und Kreislaufbeschwerden während und nach einer Infektionskrankheit bis hin zu den funktionellen Herzbeschwerden (Beschwerden am Herzen ohne organische Veränderung). Um hier nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Weißdorn führt zu einer besseren Durchblutung des Herzmuskels und einer Weitung der Blutgefäße. Dadurch muss das Herz weniger stark pumpen, um den ganzen Körper mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Im Vergleich zu den herkömmlichen Herzmedikamenten, die den Herzrhythmus in der Regel stark beeinflussen, wirkt der Weißdorn sanft harmonisierend über die Kräftigung des Herzmuskels. Das macht ihn zu einem tollen Herzmittel, dass dem Körper selbst noch die Steuerung überlässt und auch die Einnahme weiterer Medikamente nicht beeinflusst. Auch wenn der Weißdorn sehr sanftmütig wirkt, empfehle ich bei bestehenden Herzbeschwerden, diese immer erst ärztlich abklären zu lassen und bei laufender Therapie auch die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten.

Aber auch auf der emotionalen Ebene unserer Seele hilft uns der Weißdorn den Druck von unseren Herzen zu nehmen und uns bei Stress, Sorgen, Ängsten und innerer Unruhe unterstützend zur Seite zu stehen. Denn oft sind es gerade die emotionalen Themen, die ein Engegefühl im Herzen erzeugen und uns sprichwörtlich „das Herz brechen können“. Hier nimmt uns der Weißdorn liebevoll in den Arm und flüstert uns zu: „es ist alles nicht so schlimm! Ich helfe dir, damit dein Päckchen aus Ängsten und Sorgen nicht so schwer wiegt.“

Wo wächst er und wie erkenne ich ihn?

Der Weißdorn wächst in lichten Laubwäldern, an Weg- und Waldrändern und in Gebüschsäumen. Er bildet meist mit mehreren Pflanzen zusammen oder in einer Gemeinschaft mit z.B. Schlehen, Brombeeren oder Heckenrosen dichte Dornenhecken. Diese Heckengemeinschaften sind sehr wertvoll für die Natur. Sie bieten zum einen Tieren Schutz- und Lebensräume und prägen zum anderen stark das Bild einer Landschaft und dienen dort unter anderem als Schutz vor Erosion, Wind oder Lärm.

Der Weißdorn ist ein sommergrüner, dichtverzweigter Strauch oder Kleinbaum mit Dornen. Er hat sehr markante gesägte, tief eingeschnittene oder gebuchtete, gelappte Blätter. Am Blattgrund eines großen Hauptblattes bilden sich typischerweise kleine Nebenblättchen. Von Mai-Juni öffnen sich die weißen Doldenblüten, die nach dem Verblühen wie „Schnee“ vom Strauch herab rieseln.  Man sagt auch, dass der Weißdorn sein Hochzeitskleid zweimal trägt – einmal als weiße Perlen im Knospenstadium und als weißes Blütenkleid in voller Blüte. Im Herbst bekommt der Weißdorn ca. 1cm große rote Beeren.

Man unterscheidet verschiedene Weißdorn-Arten, die man untereinander leicht verwechseln kann, was aber nicht schlimm ist. In Deutschland findet man meist den eingriffeligen (Crataegus monogyna) und den zweigriffeligen (Crataegus laevigata) Weißdorn. Beide haben eine identische Heilwirkung. Unterscheiden kann man sie am besten anhand der Beeren. Öffnet man die Beere, findet man bei dem zweigriffeligen Weißdorn 2 Kerne. Der eingriffelige Weißdorn hat entsprechend nur einen Kern, da sich die Frucht aus nur einem Griffel bzw. Fruchtknoten entwickelt.

Verwendete Pflanzenteile

Blätter und Blüten, ab Herbst auch die Früchte

Von April bis Juni sammelt man die jungen Blätter und die aromatisch duftenden Blüten. Die Früchte erntet man von September bis Oktober, wenn sie eine intensiv rote Farbe haben. Beides verwendet man entweder frisch oder trocknet es schonend an einem sonnengeschützten Ort.

Hauptinhaltsstoffe

  • Gerbstoffe
  • Flavonoide (v.a. Procyanidine, Hyperosid und Rutosid)
  • biogene Amine (v.a. Cholin und Acetylcholin - 2 wichtige Neurotransmitter für die Nervensignal-Übertragung)
  • Mineralien, wie Kalium und Calzium

Wirkweise (Eigenschaften)

  • Antioxidativ
  • Adstringierend (zusammenziehend)
  • ausgleichend
  • blutdruckregulierend (bei Hyper- und Hypotonie)
  • durchblutungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • herzstärkend
  • nervenberuhigend

Wirkung auf emotionaler Ebene

Auf der seelischen Ebene wirkt der Weißdorn herzöffnend. Er hilft die Gefühle zuzulassen und dadurch auch wieder die Herzenswärme zu spüren. Er hilft uns dabei Veränderungen und Momente im Leben zu akzeptieren, die wir nicht beeinflussen können und unser Herz gerade dann nicht zu verschließen, sondern vielleicht gerade dann dem Herz die Führung zu übergeben und zu vertrauen. Dadurch können gestaute Gefühle wieder frei fließen und seelische Enge- u. Druckgefühle in der Herzgegend werden gelöst.

Der Weißdorn beschützt gegen alles was von Außen auf uns einwirkt und hilft uns dabei sich bewusst abzugrenzen. Ideal für Menschen, die mit dem überfordert sind, was von Außen auf sie einströmt. Er kümmert sich um unsere Ängste, Sorgen und Nöte – also um unsere Herzensangelegenheiten.

Verwendung in der Heilkunde

  • Altersherz
  • Angina pectoris
  • Arteriosklerose, vorbeugend
  • Funktionelle Herzbeschwerden
  • „gebrochenes Herz“
  • Herzinsuffizienz (leichte Formen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck) + Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Kreislaufbeschwerden + Schwindel
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
  • Innere Unruhe, Stress, Sorgen
  • Schlaflosigkeit (emotional ausgleichende Wirkung)

Er kann bei allen Arten von Herzerkrankungen eingesetzt werden, auch in Kombination mit anderen Herzmedikamenten, da er dessen Wirkung nicht negativ beeinflusst. Er eignet sich also ganz hervorragend zur Begleittherapie. Weißdorn hat eine sanfte, harmonisierende Wirkung. Er sorgt dafür, dass sich die Gefäße weiten und der Herzmuskel besser durchblutet wird. Das Herz schlägt dann kraftvoller.

In der modernen Phytotherapie wird Weißdorn sowohl vorbeugend als auch bei bereits bestehenden Beschwerden des Herzens meist als Tinktur oder auch in Form von Tee verwendet.

Auch wenn die Beschwerden ihren Ursprung im seelischen Bereich haben (Auslöser: Stress, Unruhezustände, Sorgen und Ängste, etc.) und  ohne organische Ursache sind, kann der Tee oder die Tinktur lindernd wirken.

Bis die volle Wirkung eintritt ist eine Anwendung über einen längeren Zeitraum von ca. 4-6 Wochen erforderlich. Auch für den Dauergebrauch kann der Weißdorn eingesetzt werden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Es sind keine bekannt.

Wildkräuterküche

In der Wildkräuterküche werden im Herbst hauptsächlich die Beeren verwendet. Hier kann man verschiedene Köstlichkeiten herstellen, wie z.B. Likör, Kompott, Gelee oder Marmelade – auch sehr lecker in Kombination mit anderen Beeren oder Früchten. Auch der Rohverzehr der Beeren ist möglich und ungiftig. Allerdings schmecken die Beeren roh sehr mehlig. In Notzeiten hat man früher die mehligen Eigenschaften der Beeren genutzt, um sie getrocknet und zu Pulver gemahlen zum Strecken von  Getreidemehl zu verwenden.

Mit den Blüten kann man zum Beispiel Zucker aromatisieren und Desserts oder Salate verfeinern und dekorieren.

Die Blätter können ebenfalls in der Küche genutzt werden. Hier empfiehlt sich, aber nur die frischen jungen Blätter im zeitigen Frühjahr zu sammeln und sie in kleinen Mengen mit in den Salat zu geben. Im älteren Zustand finde ich persönlich die Blätter zu herb im Geschmack. Die jungen Blätter schmecken nussig und leicht nach Mandeln.

Rezepte

Weißdorntee aus Blüten und Blättern (als Infus):

1 Tl. Weißdornblüten u. -Blätter mit einer Tasse (ca. 250ml) kochendem Wasser übergießen u. 5 – 10 Min. ziehen lassen. 2 – 3 Tassen täglich über mehre Wochen und Monate trinken (kann bei Bedarf mit Honig gesüßt werden). Die volle Wirkung setzt erst nach 4-6 Wochen ein.

Weißdorn-Marmelade (auf Wunsch zuckerfrei):

1 kg Weißdorn-Beeren

1 kg Äpfel

Ca. 250 ml Apfelsaft oder Wasser

Gelierzucker nach Belieben

(ich verwende Agar Agar oder Pektin als pflanzliches Geliermittel und mache meine Marmeladen komplett zuckerfrei!)

Weißdornfrüchte kurz abwaschen und mit den kleingeschnittenen Äpfeln und dem Apfelsaft weichkochen. Die Beeren sind sehr mehlig und enthalten wenig Fruchtsaft, deshalb müssen sie beim Kochen mit Flüssigkeit bedeckt sein. Sie benötigen ca. 15 – 20 Min. bis sie weich sind.

Das fertige Mus durch ein Sieb passieren, um die Kerne zu entfernen. Die Menge des Muses abwiegen und mit der entsprechenden Menge Geliermittel vermengen. Je nach Geschmack eventuell noch ein paar Gewürze zur Marmelade dazu geben. Ich verwende sehr gerne Zimt, Vanille, gemahlene Tonkabohne oder Lebkuchengewürz.

Die Marmelade nach der Anleitung des gewählten Geliermittels kochen und heiß in kleine Gläser füllen.

Für Fragen und Anregungen nutze gerne mein  Kontaktformular oder schreibe mir direkt eine E-Mail an Melanie@gruengesund.de 

Quellen

  • Die Kräuter in meinem Garten – Sigrid Hirsch & Felix Grünberger
  • Die Sprache der Pflanzenwelt – Svenja Zuther
  • Kosmos Naturführer Was blüht denn da?
  • Pflanzliche Urtinkturen – Kalbermatten
  • Skript zur Ausbildung in Phytotherapie nach Doris Grappendorf
  • Wildkräuter-Apotheke – Doris Grappendorf
  • Wildkräuter-Küche – Doris Grappendorf
  • Fotos: Roman Fuchs / Fuchs-Naturfotografie mehr Infos

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